Buch - Anspruchsvoll gebisslos Reiten mit dem LG-Zaum

Meine Meinung zu dem Buch:
von © 2008 Werner Popken

LG-Zaum steht für »Lehmenkühlers Glücksrad-Zaum«. Die Autorin hatte sich seit Jahren mit Zäumungen befaßt, war aber nicht ganz zufrieden. Mehr intuitiv als bewußt begriff sie herkömmliche Gebisse als problematisch und experimentierte mit den bekannten gebißlosen Zäumungen, die sie aber ebenfalls nicht recht befriedigen konnten. Entweder waren diese zu hart oder zu ungenau oder nicht direkt genug, daß man anspruchsvollen Dressuraufgaben damit hätte reiten können.
Dieses Unbehagen ist ja sattsam bekannt. Seit Tausenden von Jahren basteln die Menschen Gebisse, erst aus Stein, dann aus Metall, und ein Ende ist nicht abzusehen. Jedes Jahr kommen neue Gebisse auf den Markt, und sie werden auch gekauft, was ein deutliches Zeichen dafür ist, das die Gebisse kein Problem lösen, sondern es lediglich verlagern. Dasselbe trifft im Prinzip auf die gebißlosen Zäumungen zu. Auch hier gibt es inzwischen viele Lösungen, die aber allesamt nicht durchweg überzeugen können.
Abgesehen davon: Reiten ohne Gebiß gilt als dilettantisch, unprofessionell, wenn nicht gar sektiererisch. »Ernsthaftes« Reiten ist ohne Gebiß praktisch nicht denkbar, das scheint eine unumstößliche Gewißheit zu sein. Selbst ein Meister wie Nuno Oliveira, auf den die Autorin sich vielfach beruft, lehnt die Anwendung von Gebissen lediglich für junge Pferde ab. Im Turniersport ist Reiten ohne Gebiß in den meisten Fällen ausgeschlossen. Zwar findet bei Versicherungen inzwischen ein Umdenken statt und der Versicherungsschutz bleibt auch im Gelände ohne Gebiß erhalten - weil sich auch bei Gerichten und Gutachtern herumgesprochen hat, daß ein durchgehendes Pferd auch mit den schrecklichsten Gebissen nicht gehalten werden kann -, aber das ändert nichts am schlechten Ruf der Neuerer, die Gebisse abschaffen wollen.
Üblicherweise beugt man sich den Ergebnissen der Wissenschaft, aber in dieser Angelegenheit will man nichts davon wissen. Die Arbeiten von Prof. Cook werden geflissentlich ignoriert. Daß Cook sich mit Frau Straßer zusammengetan hat, befördert die Sache nicht gerade, da diese ebenfalls sehr umstritten ist (siehe Rezension Straßer, Hiltrud / Cook, Robert: Eisen im Pferdemaul). Das ist sehr schade, denn noch mehr als beim Beschlag liegt für jeden denkenden Menschen auf der Hand, daß das Eisen im Pferdemaul ein Gewaltinstrument ist, das Schmerzen bereiten kann und soll. Da Pferde nur über sehr eingeschränkte Möglichkeiten verfügen, Schmerzempfindungen zu artikulieren, können unempfindliche Menschen sich leicht in der Überzeugung wiegen, daß Gebisse den Pferden nicht nur nicht wehtun, sondern daß diese Gebisse sogar mögen und glücklich darauf herumkauen. Mit diesem Mythos räumt Cook auf, wie Lehmenkühler betont:
Das gemeinhin als Zeichen von Zufriedenheit interpretierte Kauen des Pferdes auf seiner Trense, das mit mehr oder weniger Speichelfluß einhergeht, ist Cook zufolge lediglich der Versuch des Pferdes, sich durch Kauen, Zungenbewegungen und Speicheln eines unangenehmen Fremdkörpers zu entledigen. Während der durch das Gebiß ausgelöste Speichelfluß normalerweise dazu dient, das im Maul befindliche Futter gut einzuspeicheln und besser verdaulich zu machen, sind die Zungen- und Kiefernbewegungen die Folge von durch Schmerzreize ausgelöste Reflexen.
a.a.O., Seite 65
Gebisse rechtfertigen sich nach ihrer Meinung lediglich durch Tradierung grausamer Praktiken. Zweifellos haben die Menschen bis vor kurzem Tieren überhaupt kein Schmerzempfinden zugesprochen, auch wenn diese sich deutlich äußern konnten, und das Recht für sich in Anspruch genommen, nach Belieben mit den Tieren zu verfahren - und manchmal nicht nur mit Tieren. Auch heute noch soll es ja auf unserer Erde vielfältige Formen von Sklaverei geben bis hin zur Zwangsprostitution mitten unter uns.
Was wir heute erleben, ist also geschichtlich durchaus etwas Neues, und es bricht sich mehr und mehr Bahn. Die Zeit ist einfach reif dafür, daß neue Gedanken, neue Gefühle, neue Erfahrungen und neue Erkenntnisse gewonnen werden. Üblicherweise äußern sich solche neuen Zeitströmungen gleichzeitig durch mehrere Protagonisten und oft auch an mehreren Stellen. Die neue Art, Hufpflege zu betreiben, wird weltweit diskutiert, und ebenso beschäftigt man sich weltweit mit der Frage der Gebisse beziehungsweise der gebißlosen Reitweise.
So zeigt Alexander Nevzorov mit seiner » Haute Ecolein Rußland , wie man die Hohe Schule gebißlos reiten kann, und erklärt in einem Interview, daß er die Grausamkeit der Profis nicht mehr aushalten konnte. Er betont, daß die meisten Menschen die Pferde lieben, daß aber irgendwann die Fachleute kommen, die ihnen erklären, daß man mit Pferden so umgehen müsse (» How did it all begin? ).
Genau denselben Ansatz verfolgt Monika Lehmenkühler. Sie unterstellt den Pferdeliebhabern wirkliche Liebe zu den Pferden und sieht eine konservative Grundhaltung, das Beharren auf überkommenen Vorstellungen, die Weigerung, genau hinzuschauen und nachzudenken, Neues zu entwickeln und Irrtümer einzugestehen, als die Ursache für die herrschenden Mißstände.
Allerdings ist es in diesem Zusammenhang gar nicht einfach, Lösungen zu entwickeln. Denn es reicht ja nicht, mit den Verhältnissen unzufrieden zu sein, man muß wissen, wie man es besser machen kann. Und die vorhandenen Möglichkeiten können aus konstruktionstechnischen Gründen kein Ersatz sein, wie Monika Lehmenkühler in dem vorliegenden Buch auf Grund ihrer eigenen Erfahrungen ausführlich für die verschiedenen Modelle und Systeme nachweist.
Die Situation ist also einigermaßen verfahren. Was kann man da tun? Eine neue Idee muß her, aber wie soll man sie bekommen? Man kann es glauben oder nicht, aber die Behauptung Monika Lehmenkühlers, sie habe die Lösung im Traum erfahren, ist nicht die erste dieser Art. Die wohl berühmteste ist die Entdeckung der chemischen Formel von » Benzol, die » Friedrich August Kekulé von Stradonitzim Traum erschienen sein soll. Nicht nur die Form des LG-Zaums ist im Traum erschienen, sondern auch der Name: »Glücksrad«. Es war ihr im Traum sofort klar, daß dieses Teil die Lösung der Probleme bedeuten müsse.
Nach all diesen Überlegungen und Erwägungen über einen langen Zeitraum hinweg fand ich die Lösung schließlich sprichwörtlich im Schlaf. Ich träumte von einem Mechanismus, der in meinem Traum den Namen Glücksrad trug. Am nächsten Morgen zeichnete ich die Konstruktion auf und ließ das Glücksrad bauen.
a.a.O., Seite 23
Mir erscheint diese Erklärung plausibel. Und mir erscheint auch plausibel, daß die geträumte Lösung auch eine wirkliche Lösung ist, eine Lösung aller Probleme. So werden bahnbrechende Entdeckungen gemacht. Denn wenn die Lösung aus vorhandenen Ansätzen abzuleiten wäre, hätte schon längst jemand diesen Schritt vollzogen. Ein grundsätzlich anderer Ansatz kommt erst nach verzweifelten, fruchtlosen Versuchen von außen, als Eingebung, als Einfall, als Intuition, als Traum.
Den Beweis, daß das Glücksrad seinen Namen zu Recht verdient, tritt Monika Lehmenkühler in diesem Buch an. Inzwischen sind genug Jahre vergangen, um reichlich Erfahrungen sammeln und die Lösung als hieb- und stichfest der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Die Frage ist lediglich, ob die angesprochene Fachwelt darauf anspringen wird. Die Prognose ist ziemlich schlecht. Üblicherweise hört die Fachwelt auf diesem Ohr, sieht sie auf diesem Auge sehr schlecht.
Aber deshalb darf man nicht verzweifeln.
Es wird wahrscheinlich noch ein paar Generationen dauern, bis - wie Nevzorov hofft - unsere Nachfahren bedauernd und verständnislos auf uns herabblicken werden, die wir so primitiv und grausam mit unseren Pferden umgehen. Die Tatsache aber, daß mit diesem Buch, mit dieser Autorin, mit diesem Verlag ein gewichtiges Werk vorgelegt wird, zeigt, daß der Fortschritt nicht aufzuhalten ist. Selbst wenn sich die Gebißgegner genauso zerstreiten sollten wie die Hufpfleger, sind diese Gedanken doch in der Welt und werden sich durchsetzen.
Im Jahre 2006 ist beispielsweise ein kleiner, halbherziger Test unter Hinzuziehung von Trainer, Tierarzt, Journalisten und Jockey durchgeführt worden, der ganz eindeutig bewiesen hat, daß auch Rennpferde mit dem LG-Zaum besser und problemloser gehen (Seite 82-85). Letzten Endes wird vielleicht das Geld den Streit entscheiden. Denn wenn das Eisen tatsächlich, wie behauptet, die Leistungsfähigkeit generell beeinträchtigt, müßten in den Disziplinen, wo Gebisse nicht vorgeschrieben sind, sich die Gebißgegner sportlich durchsetzen können.
Daß gebißloses Reiten und Sport einander nicht ausschließen, sondern im Gegenteil der Verzicht auf ein Gebiß sowohl für Pferde als auch für Reiter vorteilhaft ist, zeigt Monika Lehmenkühler im zweiten Teil dieses Buches und beweist es mit vielen überzeugenden Fotos. Dieses Buch ist also Theorie- und Praxisbuch zugleich. Es erörtert die grundlegenden Probleme, liefert die Theorie, zeigt die bisherige Lösungsansätze und deren Schwächen, schließlich die Lösung, das »Lehmenkühler Nasenband« und der »LG-Zaum« und deren vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Es schließt sich eine Reitlehre an, die den Beweis liefert, daß die Behauptungen Hand und Fuß haben.
Die Einleitung beginnt mit zwei Zitaten:
Kunst ist kein Wettkampf, Kunst ist Liebe. Nuno Oliveira (1924-1989)
Dressur muß sichtbar gemachte Liebe sein. Fredy Knie sen. (1920-2003)
Menschen können zwar auch Gegenstände lieben und früher hieß es oft, daß manche Männer ihre Autos mehr lieben als ihre Frauen, aber meistens wird der Begriff »Liebe« doch auf eine Beziehung zwischen zwei Menschen und allenfalls zwischen Mensch und Tier angewandt. Daß Pferde Individuen sind, wie jedes Tier, sollte sich eigentlich herumgesprochen haben. Daß infolgedessen auch die Ausbildung je nach Pferdepersönlichkeit unterschiedlich sein muß, wird aber weithin nicht nur nicht gesehen, sondern geradezu geleugnet. Eine Reitlehre sieht in der Regel von der Individualität sowohl des Menschen als auch des Tieres ab.
Monika Lehmenkühler bezieht sich auf den portugiesischen Reitmeister Oliveira, der konsequenterweise eine starre Systematik abgelehnt hat. Infolgedessen beruht die Reitlehre auf übergeordneten Prinzipien, die als altklassisch bezeichnet werden, wobei sie diese jedoch durch iberische und altkalifornische Elemente ergänzt. Das Wesentliche ist natürlich der Verzicht auf jegliche Gebisse - ein Ansatz, der bis heute nur wenige Anhänger gefunden hat.
Der zweite Meister, auf den sie sich beruft, war weltberühmt für seinen Pferdeverstand. Schon Horst Stern schilderte in seinem berühmten Buch »So verdient man sich die Sporen« (Rezension Ausgabe 170), wie dessen Sohn die hohe Schule ohne Zaumzeug und Sattel vorgeführt hat. Monika Lehmenkühler zeigt auf vielen Fotos, daß diese Vorbilder würdige Nachfolger gefunden haben, daß sie und ihre Schüler das auch können.
Das Inhaltsverzeichnis belegt die ganze Bandbreite:
Einleitung
I. Vom Sidepull zum »Lehmenkühlers Glücksrad«-Zaum
1. Wie der LG-Zaum entstand
2. Zur Technik und Wirkweise des LG-Zaumes
3. Reiten mit dem LG-Zaum
4. Die Hackamore-Variante: Der LG-Zaum mit Shanks
5.1 Der LG-Zaum im Vergleich mit anderen gebißlosen Zäumungen
5.2 Das Sidepull
5.2.1 Die Hackamore-Zäumungen
5.2.2 Die klassische Hackamore
5.3 Die Wander- oder Babyhackamore
5.4 Der Kappzaum
5.5 Das Bitless Bridle
5.6 Das 3D-Halfter
5.7 Das Merothische Reithalfter
5.8 Das Nasenband
5.9 Das Bändele und das Knotenhalfter
6. Zusammenfassung

II. Von Tradition und Fortschritt
1. Rückblick in die Geschichte der Pferdezähmung
2. Argumente für eine gebißlosen Reitweise
3. Gesundheitliche Auswirkungen einer Gebiß-Zäumung
3.1 Kehlkopf und Lungen
3.2 Auswirkungen auf den Stoffwechsel
3.3 Entzündliche Atemwegserkrankung
3.4 Schmerzen an Unterkiefer und Zahnfleisch
3.5 Auswirkungen auf die Zähne
3.6 Rückenprobleme
3.7 Weitere schmerzensbedingte Verhaltensabweichungen
4. Resümee und Ausblick

III. Die Grundbegriffe
1. Theoretischer Exkurs
2. Der Sitz des Reiters
3. Zügel- und Schenkelhilfen
4. Gewichtshilfen
5. Parade und Arrêt
5.1 Die Parade
5.2 Der Arrêt
6. Anmerkungen zu Aufrichtung und Versammlung
7. Hilfsmittel zur Erzeugung einer bestimmten Haltung beim Pferd
8. LG-Zaum und Hilfszügel in der gebißlosen Reitschule
9. Die »Vorwärts-abwärts-Bewegung«

IV. Die Grundausbildung des Pferdes
1. Wer soll mein Pferd ausbilden?
2. Die Grundsteinlegung
2.1 Zum Führen
2.2 Zum Putzen
2.3 Zum weiterführenden Dominanztraining
2.4 Freies Longieren
2.5 Fahren vom Boden aus

V. Das sanfte Einreiten
1. Vorbereitung zum ersten Auflegen des Sattels
2. Longieren
3. Erstes Aufsitzen
4. Erste Verständigung unter dem Sattel
5. Das Durchparieren
6. Weitere Anmerkungen zur Parade
7. Die Übergänge
7.1 Der Bewegungsablauf des Pferdes beim Durchparieren
7.2 Die Hilfen des Reiters beim Durchparieren
8. Das Rückwärtsrichten
8. Weichen lassen und Rückwärtsrichten bei der Bodenarbeit
8. Das Rückwärtsrichten vom Sattel aus

VI. Die Arbeit in den Grundgangarten
1. Der Schritt
2. Der Trab
2.1 Der Jog
2.2 Das Leichttraben
3. Der Galopp
4. Der fliegende Galoppwechsel

VII. Die Seitengänge
1. Das Schulterherein
1.1 Das Schulterherein an der Hand
1.2 Das Schulterherein unter dem Reiter
2. Das Konterschulterherein
3. Der Travers und die Traversalen
4. Der Renvers

VIII. Spanischer Schritt und Passage
1. Spanischer Schritt
2. Passage

Rückblick
Über die Autorinnen und die Reiter
Endnoten/Anmerkungen

Sehr ungewöhnlich für ein Buch dieser Art ist die Verwendung von Fußnoten, um die reichlichen Zitate der Fachliteratur im einzelnen zu belegen. Diese Zitate sind ihrerseits wieder so interessant, daß man Lust bekommt, auch die Sekundärliteratur zu lesen. Monika Lehmenkühler hat sich nämlich nicht nur auf ihre eigene Intuition und ihre glückliche Eingebung verlassen, sondern sehr sorgfältig recherchiert und herausgefunden, daß es auch in der Vergangenheit viele Meister gab, die gespürt haben, daß an dieser Stelle etwas ganz faul ist. Diese Fundstellen haben sie natürlich in ihrer eigenen Forschung bestärkt. Angesichts der zu erwartenden Ignoranz seitens der Fachwelt sind solche Belege natürlich extrem wichtig. Autoren wie Schäfer oder Karl, Cook oder Straßer, Oliveira oder Bruns sind in diesem Zusammenhang keine guten Zeugen, weil sie selbst umstritten sind, aber Müseler oder Steinbrecht, Bürger oder Schnitzer sind natürlich hochwillkommen, denn diese werden auch von FEI/FN akzeptiert. Die Fußnoten enthalten selbst einige interessante Bemerkungen.
Dieses Buch gehört nicht nur in jede Reiterbibliothek, sondern sie sollte von jedem Reiter sorgfältig gelesen, nein besser: studiert und in die Praxis umgesetzt werden, wenn man sich von den Argumenten und Erfolgen hat überzeugen lassen. Dabei vertraue ich der Überzeugungskraft dieses Buches; wie viele Leser das Buch finden wird, ist natürlich schwer abzusehen. Ich wünsche ihm aus Liebe zum Pferd sehr viele Leser, ich wünsche diesem Buch sehr viele Auflagen, sehr viele Übersetzungen, und sehr viele Nachahmer. Zweifellos wird der LG-Zaum und die damit verbundenen Reitweise durch diese Publikation eine viel größere Öffentlichkeit bekommen als bisher, und die damit verbundene Diskussion wird die ganze Angelegenheit sicher vorantreiben. Wer weiß, vielleicht ist der LG-Zaum selber noch nicht das Ende der Entwicklung.
Die Koautorin Marja Thiel hat als Germanistin sicher einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der vorzüglichen Fassung dieses Buches, das vom Verlag mit der gewohnten ausgezeichneten Sorgfalt herausgebracht worden ist. Ein echter Gewinn für alle, denen Pferde lieb und teuer sind.
PS: Da immer behauptet wird, daß die sportlichen Aktivitäten der Hauptmotor des sportlichen und finanziellen Geschehens ist, möchte ich folgendes vorschlagen: Ebenso wie die Islandpferde-Freunde, die Friesen-Freunde, die Kaltblut-Freunde usw. dieselben Mechanismen benutzen und eigene sportliche Veranstaltungen organisieren, um ihre Sache publik zu machen und voranzutreiben, sollten die Verfechter der echten, gebißlosen Dressur über solche Veranstaltungen nachdenken. Es ist schön und gut, daß es auf allen Kontinenten, in vielen Ländern große Könner gibt, aber warum verstecken die sich?
Wenn wir davon hören, daß Zehntausende zu den Reitturnieren strömen, weil sie sich an den schönen Bildern erfreuen wollen, und bitter enttäuscht sind, weil sie stattdessen Zeugen von Mißhandlungen werden, dann sollten doch Veranstaltungen, die die wirkliche Schönheit der Pferde, die Harmonie des Reitens zeigen, viel mehr Erfolg haben. Bisher landen solche Leute allenfalls in Shows, die nicht weit vom Zirkus entfernt sind. Der Zirkus hat es zwar vorgemacht, aber dort gehören Leute wie Oliveira nicht hin. Die hatten doch noch nie einen Platz, schon gar nicht auf Sportveranstaltungen. Dort können dann auch Regeln formuliert werden, die dafür sorgen, daß Pferd und Reiter und Zuschauer zu ihrem Recht kommen. Das würde die Vision von Nevzorov einen Schritt näherbringen. Wir Menschen vergleichen uns nun mal gerne, das macht uns Spaß. Es kommt nur auf die Ziele und die Regeln an. Und die sind frei definierbar.

 

 

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